Labor

Medizinische oder pharmazeutische Versuche an Großen Menschenaffen sind in Europa seit Mai 2010 grundsätzlich verboten. Nach jahrelangem Streit - und gegen erbitterten Widerstand mithin aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (obwohl angeblich schon seit Anfang der 1990er in Deutschland keine Experimente an Menschenaffen mehr genehmigt worden waren) - einigten sich die Regierungen der EU auf eine entsprechend novellierte Tierschutzrichtlinie. Allerdings bestehen weiterhin Ausnahmeregelungen: Wenn sich in Europa etwa eine für Menschen lebensbedrohliche Krankheit ausbreiten sollte, wären Experimente an Menschenaffen wieder erlaubt; auch wenn sie selbst von einer Seuche bedroht wären, könnten wieder Versuche an ihnen durchgeführt werden. Ansonsten aber darf in der EU an Menschenaffen nicht mehr experimentiert werden.

 

Nicht wenige Wissenschaftler sehen insofern den Wissenschaftsstandort Deutschland bzw. Europa in Gefahr: sie weichen mit ihren Experimenten ins  außereuropäische Ausland, vor allem in die USA, aus.

 

In Deutschland bzw. Europa selbst geht gleichwohl der jährlich zigmillionenhafte "Verbrauch" von Kleinaffen und anderen Tieren für medizinische, pharmazeutische und kosmetische Forschung ungehindert weiter: mit massiv steigenden Zuwachszahlen.

Weiterführende Texte und Informationen:

 

Versuche an Menschenaffen aus medizinischer Sicht. in: Aktionsgemeinschaft schweizer Tierversuchsgegner

 

Keine Tierversuche an Menschenaffen. in: Albert Schweitzer Stiftung

 

Life in a Laboratory. in: Free the Mazor Monkeys